Die digitale Schweiz braucht eine nationale Dateninfrastruktur

18.10.2017
Beitrag von André Golliez
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Daten sind «das Erdöl des 21. Jahrhunderts», so heisst es. Diese Aussage ist falsch. Daten sind kein Verbrauchsgut, das mit seiner Nutzung verschwindet. Daten sind immateriell und vermehren sich mit ihrem Gebrauch. Daten können von beliebig vielen Anwendern gleichzeitig für verschiedenste Zwecke genutzt werden. Daten kann man ohne Verlust teilen.

Wenn wir dazu bereit sind, Daten zu teilen, dann werden sie zu einem Gemeingut für die ganze Gesellschaft, von welchem Individuen, Unternehmen und Verwaltungen gleichermassen profitieren - als Grundlage für die persönliche Auswahl von Produkten und Dienstleistungen, für wissenschaftliche Analysen und Prognosen sowie für politische und wirtschaftliche Entscheidungsprozesse.

Wie die Industriegesellschaft öffentliche Verkehrs-, Energie- und Kommunikationsinfrastrukturen benötigte, so braucht die digitale Gesellschaft gemeinsame öffentliche Daten als immaterielle Infrastruktur. Dazu zählen Geodaten, Gebäude-, Personen- und Firmenregister, Adressen, Statistiken und weitere vertrauenswürdige Basisdaten zur Wirtschaft, zum Gesundheits- und Sozialwesen, zu Verkehr, Energie und Umwelt sowie zu Bildung, Forschung und Kultur.

Eine erfolgreiche digitale Schweiz braucht als Grundlage eine öffentliche, vertrauenswürdige und sichere nationale Dateninfrastruktur.

Golliez
André Golliez
Präsident Swiss Data Alliance