Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt: was heisst das für die Berufsbildung?

17.10.2017
Beitrag von Josef Widmer

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Die Digitalisierung wird die Wirtschaft als Ganzes und die Business-Modelle der verschiedenen Branchen wesentlich stärker verändern, als sich dies die meisten Menschen heute vorstellen.

In den nächsten 15 Jahren könnte rund die Hälfte der heutigen Arbeitsstellen automatisiert werden. Gleichzeitig entstehen neue Stellen mit anderen Anforderungen. Überfachliche Kompetenzen spielen dabei eine grosse Rolle. Mitarbeitende müssen vermehrt selbstständig denken und in neuen Kategorien handeln können. Sie sollten Verantwortung übernehmen, offen und lernbereit sein und Neues wagen. Gut aufgestellt für die Zukunft sind jene Beschäftigten, welche über ausgeprägte mathematische oder technische Kompetenzen im ICT-Bereich verfügen und gleichzeitig ein hohes Mass an Kreativität und sozialer Intelligenz aufweisen.

Grundsätzlich weist das Schweizer Berufsbildungssystem eine hohe Praxisnähe und Durchlässigkeit auf. Das erleichtert die Vermittlung der im digitalen Zeitalter notwendigen fachspezifischen Kompetenzen und ermöglicht den von Stellenverlust betroffenen Personen, sich rasch umzuorientieren. Bildungsanbieter sind gefordert, massgeschneiderte Weiterbildungs- und Nachqualifizierungsangebote bereit zu stellen. Und die Berufsverbände als Träger der Berufslehren und höheren Berufsbildungsabschlüsse müssen sich darauf vorbereiten, die entsprechenden Berufsprofile rasch an die neuen Anforderungen anzupassen. Ich bin zuversichtlich, dass dies gelingt.

Widmer
Josef Widmer
Stellvertretender Direktor SBFI