Digitalisierung und Kulturschaffen

20.09.2017
Beitrag von Christoph Trummer
Publiziert unter:  Kultur, Digitalisierung

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Im Kulturmarkt hat die Digitalisierung ihre disruptive Kraft bereits eindrücklich demonstriert. Nun steht auf der einen Seite ein allzeit verfügbares Überangebot aus aller Welt. Auf der anderen Seite stehen die Kulturschaffenden mit ihren Werken, die auf den zahlreichen neuen Vertriebskanälen selbst im Erfolgsfall kaum noch berechenbare Einnahmen erzielen können.

Diese Entwicklung drängt die kulturelle Arbeit entweder in den Bereich von Influencer-Kommerzialität oder in oft selbstausbeuterische Do-It-Yourself-Nischen. Wie kann eine nachhaltige Arbeit auch im kulturellen Mittelstand möglich bleiben?

Zentrale Plattformen wie YouTube müssen, für ihre inzwischen gewichtige Rolle als Teil der kulturellen Vertriebskette Verantwortung übernehmen. Innovationen, so willkommen sie sind, sollen ihren Erfolg nicht durch Ausbeutung erzielen. In der EU wird das Problem als Value Gap benannt und angegangen. Dieser Problematik soll sich auch die Schweiz mit ihrem international einmalig liberalen Urheberrecht stellen. Verantwortungen und Mit-Verantwortungen zwischen Plattformen und Providern müssen geklärt werden. Ziel muss auch eine Bewusstseinsentwicklung der KonsumentInnen für ihre Mitverantwortung sein. Die nachweislich riesige Nachfrage sollte auch über digitale Kanäle eine nachhaltige Arbeit der Kulturschaffenden finanzieren.

Diese Grundsatzfragen von digitaler Wertschöpfung und Nachhaltigkeit werden zudem zunehmend auch andere Branchen betreffen (Stichwort 3d-Druckerei).

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Christoph Trummer
Vorstandsmitglied Suisseculture und Präsident Musikschaffende Schweiz