Frauen in die Informatik

26.12.2017
Beitrag von  Alain Gut
Publiziert unter:  Arbeitswelt, Chancengleichheit

5 Millionen Arbeitsplätze wird die Digitalisierung laut der WEF-Studie „The Future of Jobs“ vernichten - und Frauen werden davon besonders stark betroffen sein. Die Digitalisierung wird die Zukunft der Menschen gestalten und die Frauen müssen mit dabei sein. Deshalb ist auch die Politik gefordert, sich auf allen Ebenen dafür stark machen.

Frauen sind im administrativen Bereich übervertreten, wo die Digitalisierung Jobs zum Verschwinden bringen wird. Die Nachfrage nach Personal wird in den MINT-Fächern besonders stark zunehmen - genau in den Disziplinen, in denen die Frauen fehlen. Frauen sind heute bei den Informatikausbildungen kontinuierlich unterrepräsentiert. Im Jahr 2015 entfielen in diesem Bereich lediglich 12% der Abschlüsse auf Frauen. Frauen sind ausserdem unter Informatikfachleuten untervertreten. Die Schweiz hat einen Anteil von 14.6% und liegt im Vergleich zu den EU-Ländern im unteren Drittel. Die Schweizer Wirtschaft braucht dringend mehr Frauen in der Informatik und dazu müssen alle ihren Beitrag leisten. Die Erziehungs- und Bildungsdirektionen sowie die Pädagogischen Hochschulen müssen ihre Anstrengungen erhöhen, einen genderneutralen Unterricht zu gewährleisten. Die Arbeitgeber aller Branchen müssen sicherstellen, dass für Frauen im Informatikbereich Saläre und Weiterbildungsmöglichkeiten verbessert und flexible Arbeitspensen und Arbeitszeiten angeboten werden. Die Informatik darf nicht nur als technische Disziplin positioniert werden. Sie ist in der Regel eine dienstleistungsorientierte Aufgabe. Informatik muss als lernbar positioniert werden. Um Frauen für die Informatik zu begeistern, müssen die Anwendungen und deren Nutzen besser dargestellt werden. Dies muss in den Beschreibungen von Ausbildungen und Studiengängen im Vordergrund stehen.

Gut
 Alain Gut
 Präsident Kommission Bildung von ICTswitzerland