Welche digitalen Daten sollen von wem in welcher Form langfristig erhalten werden?

06.12.2017
Beitrag von Marie-Christine Doffey

Mails, Beiträge in sozialen Medien, Videos, Online-Zeitungen, E-Books und Webseiten gehören selbstverständlich zu unserem Alltag. Nicht selbstverständlich sind hingegen die langfristige Erhaltung und Nutzbarkeit dieser Daten.

Die digitale Langzeitarchivierung muss vor dem Hintergrund des rasanten technologischen Wandels und des immensen Datenwachstums schon heute sichergestellt werden. Insbesondere Gedächtnisinstitutionen befassen sich seit geraumer Zeit damit. Sie haben erkannt, dass diese Aufgabe nur kooperativ, in organisationsübergreifender Zusammenarbeit bewältigt werden kann. Dies zeigt eine von der Schweizerischen Nationalbibliothek NB in Auftrag gegebene Studie.[1]

Welche Daten sollen von wem in welcher Form langfristig erhalten werden? Soll alles erhalten werden was in der Schweiz erzeugt resp. veröffentlicht wurde? Oder nur Informationen, die das Funktionieren des Rechtsstaates sicherstellen? Streben wir die Dokumentation des gelebten Alltags an oder erhalten wir nur diejenigen Informationen langfristig, die für einen Wiederaufbau des Landes unverzichtbar wären? Was bedeutet langfristig: 10 Jahre? Eine Generation? Ewig?

Diese Fragen sind auf nationaler Ebene zu adressieren und in der Strategie Digitale Schweiz zu beantworten. Nur mit koordinierten Massnahmen wird die Schweiz gute Lösungen für ihr digitales Gedächtnis finden!

 

[1] www.nb.admin.ch/snl/de/home/nb-professionell/e-helvetica/zusammenarbeit.html

Doffey
Marie-Christine Doffey
Direktorin, Schweizerische Nationalbibliothek