Bildung in der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft
Workshop

20.11.2017
13:15 - 14:45
Kongresshaus - Biel/Bienne
Widmer
Josef Widmer
Stellvertretender Direktor SBFI
hardmeier
Susanne Hardmeier
Generalsekretärin EDK

Wie muss das Bildungssystem aufgestellt sein, um die Chancen des digitalen Wandels zu nutzen?

Bund und Kantone sind daran, ihre Strategien zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität im Bereich der Integration der IKT im Bildungswesen zu erarbeiten.

Interdisziplinäre Diskussion zu den Herausforderungen an das Bildungssystem, damit alle die Chancen der Digitalisierung wahrnehmen können.

Ergebnisse des Workshops

Ausgewählte Thesen
  1. Digitale Kompetenzen sollen in Schule, Aus- und Weiterbildung für alle umfassend entwickelt und noch wirkungsvoller genutzt werden.
  2. Die in grossem Umfang neu entstehenden Daten sollen kompetent genutzt werden können, um Chancen zu realisieren.
  3. Die Digitalisierung verstärkt die Ansprüche bei der Finanzierung und der Koordination von Bildung.
     
Zusammenfassung

Als Ausgangsthese zur erste These diente folgende Formulierung: "Digitale Dienste sollen in Schule, Aus- und Weiterbildung umfassend zur Verfügung stehen und noch wirkungsvoller genutzt werden". Die Forderung nach mehr "digitalen Diensten" in der Schule fand zunächst wenig Gehör in der Diskussionsrunde. Stattdessen wurde der Aufbau von (mehr) digitalen Kompetenzen gefordert: Sei es bei den Lehrpersonen, sei es bei den Schülerinnen und Schülern. Wirkung wird über die Aus- und Weiterbildung von Menschen erzielt. Darüber hinaus ist insbesondere auf die Chancengerechtigkeit zu achten. Digitale Dienste tragen dazu bei, Lehren und Lernen zu personalisieren. Barrierefreier Zugang zu Bildung wird gerade durch Digitalisierung wesentlich umfassender realisierbar. Kontinuierliche Weiterbildung, lebenslang, wird immer wichtiger. Dabei ist Bildung nicht alleine auf die wirtschaftliche Verwertbarkeit auszurichten, sondern als Wert zu sehen, der die Selbstbestimmung des Einzelnen ermöglicht. Die These lautet insofern neu: "Digitale Kompetenzen sollen in Schule, Aus- und Weiterbildung für alle umfassend entwickelt und noch wirkungsvoller genutzt werden".

Lehren und Lernen in einer digitalen Welt generieren grosse und neuartige Datenmengen. Diese Daten sollen für die Personen in Ausbildung, die Lehrkräfte sowie auch Forschungsinstitute und Behörden zugänglich sein, um die Chancen im Zusammenhang mit der Digitalisierung voll auszuschöpfen. Die Beteiligten unterstrichen die Notwendigkeit, ein gutes Gleichgewicht zwischen Datenschutz und Datenzugang zu finden und bestimmte rechtliche Fragen, beispielsweise betreffend Eigentum und Verwendung der Daten, zu klären. Schliesslich muss sichergestellt werden, dass alle über die nötigen Kenntnisse zur angemessenen Nutzung der Daten verfügen.

Das Tempo des lebenslangen Lernens wird infolge der Digitalisierung immer schneller. Dadurch ändern sich derzeit auch die Rollen der verschiedenen beteiligten Akteure (Staat, Privatwirtschaft, Einzelpersonen, Bildungsinstitutionen usw.). Vor allem die Privatwirtschaft sollte stärker eingebunden werden. Während der Diskussion wurde der Begriff "Reglementierung" durch "Koordination" ersetzt, um den steigenden Koordinationsbedarf zwischen den Akteuren zu verdeutlichen. Ausserdem soll statt von "Spannungen" von "Ansprüchen" geredet werden, um die Chancen der Digitalisierung stärker zu gewichten als die Probleme.

Themenleader

  • Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI
  • Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK