Datenpolitik
Workshop

20.11.2017
13:15 - 14:45
Kongresshaus - Biel/Bienne
metzger
Philipp Metzger
Direktor BAKOM
lobsiger
Adrian Lobsiger
Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter EDÖB
stürmer
Matthias Stürmer
Head of Research Center for Digital Sustainability, University of Bern
Dr Adrienne Corboud Fumagalli
Dr Adrienne Corboud Fumagalli
Präsidentin Deeption.com
Aschwanden
Anton Aschwanden
Head of Public Policy, Google Switzerland

Daten als Rohstoff einer digitalen Gesellschaft und Wirtschaft – was bedeutet das?

Gut 80% aller heute vorhandenen Daten wurden in den letzten zwei Jahren generiert. Zur Diskussion stehen Fragen wie: Wie können wir diese Entwicklung nutzen, um die Wohlfahrt in der Schweiz zu sichern oder sogar auszubauen? Was brauchen wir, um die Schweiz als attraktiven Standort für eine Wertschöpfung durch Daten zu positionieren? Welche Rolle kommt dabei den verschiedenen Stakeholdern zu?

Ergebnisse des Workshops

Ausgewählte Thesen
  1. Konsequente Anwendung des Open-Data-Prinzips als Handlungsmaxime in der öffentlichen Verwaltung. 
  2. Die Transparenz und Überprüfbarkeit von Algorithmen ist zu stärken. 
  3. Die Eigenverantwortung bei der Bevölkerung ist durch gezielte Sensibilisierungsmassnahmen zu stärken.

Alle Workshop-Thesen (PDF - 90 ko)
 

Zusammenfassung

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass die konsequente Anwendung des Open-Data-Prinzips als Handlungsmaxime in der öffentlichen Verwaltung gestärkt werden sollte. Auch der Abbau von Datensilos und die “Just do it”-Herangehensweise fanden breite Abstützung. Ein Kochrezept, wie der Datenschutz mit Digitalisierung umzugehen hat, gebe es aber nicht. Gefragt ist eine enge Zusammenarbeit aller und nicht zuletzt auch mehr Vertrauen in die technologischen Möglichkeiten zum Datenschutz. Der Begriff Rohstoff wurde im Zusammenhang mit Daten kritisch hinterfragt. Daten seien kulturelle Erzeugnisse respektive der Wert der Daten entstehe immer erst im Kontext. Inwieweit Daten von privaten und bundesnahen Unternehmen frei zugänglich sein müssen, war ein weiterer Diskussionspunkt. Zudem bestehen diesbezüglich auch rechtliche Hindernisse. Es mache jedoch durchaus Sinn, gezielt Daten zu veröffentlichen zwecks Innovationsförderung. Daten werden heute von den Unternehmen als Asset angesehen. Eine vollständige Öffnung wurde vor diesem Hintergrund als nicht realistisch eingeschätzt. Weiter wurde gefordert, Garantien in der nationalen Politik zu verankern, damit heute produzierte Daten auch in Zukunft genutzt werden können.

Auch wurde der Frage nachgegangen, ob die Transparenz bezüglich Algorithmen tatsächlich schon einen Mehrwert darstelle. Zumindest ermögliche es bessere Nachvollziehbarkeit und schaffe Vertrauen, wurde argumentiert. Was die Datenwirtschaft anbelangt, so ist die Schweiz gut positioniert dank politischen und wettbewerbsfähigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Allerdings werden Datenpolitik und Digitalisierung immer mehr zu einem Instrument der Industriepolitik; eine enge internationale Zusammenarbeit für die stark exportorientierte Wirtschaft sei somit zentral.

Was die Rechtsgrundlagen anbelangt, so bestand grundsätzlich Konsens über die Wichtigkeit des Prinzips der Eigenverantwortung bei den Nutzenden. Es müsse aber sichergestellt werden, dass auch die nötigen Kompetenzen und Informationen vorhanden seien und es müsse auch tatsächlich eine Wahlfreiheit bestehen. Allumfassende Gesetzestexte im Sinne von Rahmenerlassen bewerteten die meisten Teilnehmenden als nicht realistisch. Die Datenportabilität wurde ebenfalls aufgegriffen, deren praktische Ausgestaltung aber als anspruchsvoll bezeichnet.

Themenleader

  • Bundesamt für Kommunikation BAKOM
  • Universität Bern